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Kreatives Umfeld · 2022

Im Atelier.

Gemeinsam mit der Fotografin Pia Ulin, der Stylistin und Autorin Cilla Ramnek sowie der Künstlerin Viola Sparre erkunden wir die Rolle unserer Schreibtafeln in einem arbeitenden Atelier.

Ein abgenutztes Künstleratelier mit mobilen Schreibtafeln, Gemälden und einem Stuhl

Kreatives Umfeld

Ein Studio, ein Atelier, was braucht es? Wie gestaltet man einen Raum für freies Denken und Kreativität? Lassen sich allgemeine Regeln formulieren? Wohl kaum. Jede und jeder hat seine eigene Art. Manche füllen den Raum mit interessanten Objekten, Restmaterialien und beiläufigem Durcheinander; andere bevorzugen das Gegenteil: aufgeräumte, klare Räume mit präzisen Linien, Winkeln und gespitzten Bleistiften, in stiller Bereitschaft.

Schreibtafeln und angeheftete Skizzen im Atelier, ein Gemälde steht auf dem Boden

Es ist ein Klassenraum, angenehm abgenutzt und sparsam gepflegt. Eine nachsichtige Umgebung, die unverkennbar die Spuren vieler Jahre kreativer Arbeit trägt. Mal arbeitet hier eine Gruppe von Schaffenden, mal hat man, mit etwas Glück, den ganzen Raum für sich, um sich auszubreiten, wie man möchte.

Eine gelbe Glastafel an einer kahlen Wand neben einem hohen Fenster

Aber der Prozess selbst — worum geht es eigentlich? Er beginnt vielleicht in einer Art Chaos, in einer Sammlung von Materialien. Sich rein intuitiv in weiten Kreisen um ein Thema bewegen, das noch nicht festgelegt ist. Suchen und finden — eine Feder vielleicht, oder eine zerknitterte Tüte in einem verlockenden Zitronengelb. Alte Skizzen und Notizen an die Wand heften. Ein Wort, ein Satz, der einem in den Sinn kommt — am besten gleich auf einer Schreibtafel notieren, bevor er entgleitet. Langsam entsteht eine Collage aus Worten, Bildern und kleinen Zeichnungen. Ein Miniaturuniversum: dies, das, und noch etwas anderes in greifbarer Form. Im besten Fall beginnt man zu verstehen, wohin es geht.

Pinsel in Gläsern und Töpfen auf einem Arbeitstisch

Violas Bilder entstammen Kindheitsszenen — erlebt, geträumt oder erdacht —, alle mit spürbarer Gefühlsladung. Wie eine Archäologin der Empfindungen fügt sie Fragmente zusammen und schafft Momentaufnahmen bestimmter Augenblicke. Eine Decke, ein Blick auf eine Tapete, der Lichteinfall auf einem Flokati — Details aus den Stollen der Erinnerung. Es trifft die Betrachterin oder den Betrachter mitten ins Solarplexus — und der Gedanke kommt: ja, so war es bei mir auch.

Die Künstlerin Viola Sparre steht neben einer mobilen Schreibtafel vor einem Gemälde

Schreib- und Pinnwände werden bespielt und wieder geleert, während die Arbeit fortschreitet. Es ist ein durch und durch analoger Prozess. Kompositionen entstehen und entwickeln sich. Manchmal so überzeugend, dass sie geradezu festgehalten werden wollen.

Ein mit Kreide gezeichnetes Muster auf einer grünen TafelEine hellblaue mobile Glastafel mit einem angehefteten Foto neben einem alten Heizkörper

Fotografie: Pia Ulin. Styling und Text: Cilla Ramnek. Künstlerin: Viola Sparre.